• simonmitterbauer

Pizza Salami

So. Jetzt hab ich doch tatsächlich Pizza Salami bestellt. Mit Normal-Käse. Oder halt analog-Käse. Was auch immer die da drauf tun. Jedenfalls kein veganer Käse. Pizza Salami ganz klassisch. Ohne Oliven. Ohne Kapern oder Mais oder sonst was. Nur die Pizza, die Salami, der Käse und ich. Wie früher. Warum? Darum.





Weil es ganz einfach ein riesiges Bedürfnis nach dem gibt, was wir kennen. Denn Neues hatten wir heuer doch wirklich genug. Mehr als Genug. Es steht uns bis oben. Und was mich betrifft, teste ich in meinem veganen Testprojekt, das nun seit fast einem Jahr läuft, immer wieder mal an, wie es sich so mit dem Fleisch und der Milch und so weiter verhält. Hier die bisherigen Testergebnisse:


Milchprodukte: Geht gar nicht. Diese werfen mein bio-physio-whatever-System immediatly in ein Wachkoma, welches mich weder arbeiten noch vom Sessel aufstehen lässt. Habs probiert. Leider tagsüber. Da war nicht mehr viel drinnen in dem Tag ;)


Fleisch: Da gibt es große Unterschiede. Ich hab Hirschroulade versucht. War toll. Keine körperlichen Komplikationen. Nur dass ich das Fleisch nicht gebraucht hätte. Die Pilzsoße mit den Nudeln war eigentlich das Highlight. Das gleiche bei den Rehmedaillons. Brokkoli, Kroketten und Soße, … mhhhhhh…

Was gab es da noch? Ripperl! Geh leck! Ich sag Euch, früher hab ich die ganz normale große Portion verdrückt. Und hatte eventuell dezente Probleme beim Einschlafen, aber nur eventuell. Dieses Mal musste ich nach drei Rippchen aufhören, weil ich mich sonst übergeben hätte.

Schnitzel: Ich bin am Tag vor dem Lockdown, also am 02.11., nichtsahnend der Vorkommnisse in Wien, in mein geliebtes Wirtshaus gegangen und hab mir zum Abschluss der Wirtshaussaison 2020 den Klassiker gegönnt. Wiener Schnitzel vom Schwein mit Pommes und Bier. War großartig. Wie damals… Etwas Vertrautes. Geschlafen hab ich in dieser Nacht allerdings nicht wirklich.


EiEiEi: Eier hab ich versucht. Als Sonntags Frühstück. Mit Avocado und Schnickschnack. Geht super. Nur joggen ist damit eine Schnapsidee.


Lange Rede kurzer Sinn. To make a long Shorty shorter or whatever. Es gibt einen Klitzekleinen Teil in mir, der gerne zu der Ernährung zurück kehren würde die er aus den Jahren bis 2019 kennt. Weil er mit 2020 echt durch ist und Altbekanntes will. Kindheitserinnerungen. Abschalten. Cocoon. Danke. Bitte. Gute Nacht. Geht aber nicht. Nicht nur weil der viel größere Teil von mir einfach überzeugt ist, sondern weil sich mein Körper offenbar so sehr an die vegane Ernährung gewöhnt hat, dass er die alte nicht mehr verträgt. Was ihn auch leistungsfähiger, ausgewogener und insgesamt wohliger sein lässt. Ich glaube sogar gesünder. So habe ich heuer kaum mehr das Bedürfnis nach Mittagsschlaf verspürt, kann auch um 14 Uhr arbeiten oder sogar joggen gehen. Das sind Freiheiten meine Herr*innen_und*schaften!


Und irgendwie wird es so ein Beitrag nicht nur für die Seelenvutter-Abteilung, sondern ein Sinnbild für dieses Jahr. Weil es einfach kein "Zurück" gibt. Für mich persönlich kein "Zurück" zu "vor Vegan". Es gibt kein "Zurück" zu "Vor dem Klimawandel". Es gibt kein "Zurück" zu "vor dem 02.11.". Es gibt kein "Zurück" zu "vor Corona". Vielleicht ist es nicht nur seit langer, langer Zeit an der Zeit Vieles zu überdenken, sondern vielleicht wird es von Tag zu Tag möglicher, wahrscheinlicher und greifbarer, so manches zu überdenken. Neue Wege zu gehen, mutig und verantwortungsvoll unsere Beine und unsere Ängste in die Hand zu nehmen und uns aufzumachen. In die Zukunft. Seid mutig! Seid tapfer! Seid füreinander da!


Nun habe ich also Pizza Salami bestellt. Abends. Weil ich weiß ich kann dann direkt ins Bett gehen ;)


Träumt schön!

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