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  • simonmitterbauer

L.O.V.E.

Nehmt Euch Zeit.

Sonst nimmt Euch die Zeit.



Immer mehr, mit jedem Tag, jeder Begegnung und jeder Erfahrung dämmert es mir, dass ich dem Grund meiner dieser Existenz auf diesem Planeten, in dieser Zeit, in diesem Universum, ausgespuckt vom Wurmloch, in diesem Paradies, in dieser Hölle, in dieser Konstruktion einer Wirklichkeit, einer von Milliarden und dennoch verbunden mit allem - dass ich meinem Zweck der Existenz um es mit John Strelecky zu sagen, oder meinem Ikigai, um es mit der Doku über die blauen Zonen zu formulieren, näher komme.



Der Zweck der Existenz (aka Z.D.E.) also. Früher dachte ich es wäre die Pädagogik, der Humor (wobei der noch am nähesten dran ist), ein modernes Männerbild, Revolution oder ziviler Ungehorsam, die Liebe zum Lernen oder andere Dinge. Alles wichtige Dinge. Großartige Dinge. Alles Dinge die mich ausmachen.


Und doch noch nicht ganz mein Z.D.E. Ich ahne es. Jedes Mal, wenn ich mich dem öffne, flutet es mir die Augen, zerreißt es mir nahezu das Herz vor Glück und Schmerz. Es lässt mich erbeben, schweben, leben, leiden, heilen und lieben.


Lieben... Liebe... Ich ahne den Zweck dieser Existenz. Die Liebe. Die universelle, nie endende, alles umströmende LIEBE. Zack. Augenwasserpegelstand 150%. Die Liebe also. Und Italodisco natürlich. Scusa se insisto.


Wovor ich immer großen Respekt hatte, ist das Bewusstsein, dass ich die Zusammenhänge zwischen Leben, Liebe und Tod noch nicht verstanden, geschweige denn begriffen habe. Auch hier hab ich ein passendes Video gefunden. Eines das mir die Augen flutet. Ihr wisst schon ;)



Ihr glaubt ja gar nicht welche Überwindung es mich jedes Mal kostet, welchen Akt an Selbstaufgabe, solche Gedanken und Gefühle zu veröffentlichen. Weil es angreifbar macht und mich bloßstellt, mich nackt und entblößt an den Pranger des Dorfplatzes fesselt und zugleich die Frage stellt, warum ich das mache. Weil ich selbst ein übersteigertes Ego habe? Dass sich auf dem Spielfeld des digitalen Sozialen austoben will? Bestätigen will? Oder doch eher als Folge einer vor vielen Jahren erfolgten Entscheidung, die dieses Spielfeld nicht jenen überlassen wollte, die Reflexion mit Reflux verwechseln (und die ich mir dennoch fest vorgenommen habe (zu lieben))?


Dieses innerliche Zerrissene, das mich als einen aus Oberösterreich ausgewanderten, mittlerweile in Bad Vöslau ganz heimeligen Welten- und Seelenwanderer, bis zu einem gewissen Grad ausmacht, dieses Nicht-dazu-gehören und dennoch oder gerade deswegen umso intensiver wahrgenommene Gefühl der Allverbundenheit, dieses Wütend-Sein-Wollen auf Irgendwas und draufkommen dass wir alle eins sind, dieses... ach was weiß ich. Ich hab da ein Lied dazu. In dem steckt fast alles an Wut und Liebe zu meiner Heimat und zu mir selbst. Bedenke immer: Wut und Sarkasmus sind sich zankende und aneinander wachsende Geschwister, Zynismus ist toxisch ;)



Und weil ich grade in der Heimat bin, ist es allerhöchste Zeit, längst überfällig und wirklich dringend notwendig, meinen Wurzeln den verdiensten Respekt und die gebührende Wertschätzung zu zollen. All den Vorfahren, die mein JETZT ermöglicht haben und nicht zuletzt meinen Eltern, die bei den Verfehlungen, die ich ihnen beharrlich und über viele Jahre vorgeworfen habe, einen so großartigen Job gemacht haben. Und was ich über die Jahre lernen durfte, ist, dass die Verfehlungen meiner Eltern im Vergleich zum Durchschnitt nonsens sind. Pippifatz. Niente. Nada. Durchgearbeitet. Ausgesprochen, durchgestritten, ausgesöhnt. Eltern, die sich in hohem Alter dem Konflikt und der Aussprache stellten. Was bleibt ist, dass ich Eltern habe, die Ihrer Zeit voraus waren. Weit voraus. Alle beide auf ihrer einzigartige, miteinander unvereinbare und dennoch so liebenswerte Weise.


Das mit dem direkten Ansprechen ist in unserer Familie immer noch ein Lernfeld. Deshalb dieser Text. Mit dem passenden Song. In zweifacher Ausführung um den Bogen über die Jahrzehnte zu spannen:




Die Liebe also.

Wie sehr die Liebe die Zeit überdauern kann zeigen uns unter anderem I Ricchi e Poveri in 40 Jahren Musikgeschichte, irgendwo zwischen den 80igern und Jetzt, um wieder mal den Bogen zu spannen ;)



Und wofür ich Italien liebe, erklärt sich wohl von selbst, wenn wir uns das hier anschauen ;)



Ich hätte ja früher auch jemanden wie Karel Gott alles abgesprochen (außer die Biene Maja natürlich), der sich einfach so viel in seinem Leben herausgenommen hat (wir könnten auch sagen er hat sich drauf eingelassen). Und dann gibt es da aber auch dieses Lied von ihm und seiner Tochter, das Dir die Augen flutet. Ihr wisst schon, Liebe und so. Ein Vater, der im Wissen seines bevorstehendes Todes in der Lage ist, seiner Tochter eine solche Botschaft zu hinterlasen, ja sie mit seiner Tochter gemeinsam auf der Bühne zu singen, wuff. Räääschpäkt.


Schleusen auf. Augen geflutet. Herzen erlöschen nicht.


Das Liebe mit Leben und Tod Alles und Nichts zu tun hat, ist unvergleichlich liebevoll, authentisch, sich öffnend, auf dem Dorfplatz sich auf den Pranger der Gefühle fesseln lassend, kraftvoll sich fallen lassend, die Augen flutend, von Ina Regen besungen.



Im Übrigen glaube ich auch ganz fest daran, dass uns die Liebe jung hält.



Du sollst nie aufhörn zum Lernen,
Arbeit' mit der Phantasie,
Wann'st dei Glück gerecht behandelst,
Dann verlaßt's di nie.
Und du sollst vor Liebe brennen,
Und vor Begeisterung,
Weil dann bleibst
Für immer jung.


Im Übrigen glaube ich auch ganz fest daran, dass uns die Liebe jung hält?

Nein, nicht im Übrigen. Im Zentralen. Im Zentrum von allem. Weil die Liebe das Leben ist.


Ein Senior:innen-Chor (Young@Heart (just google)) singt den Insassen des Hampshire County Jail ein Ständchen... Gebt dem Lied 30 Sekunden und lasst Eure Augen fluten.



Apropos Young@Heart. Wir alle waren und sind Kinder des Lebens, Kinder der Liebe.

Kids.



Die Liebe also. Und Italodisco natürlich. Scusa se insisto.


Ihr glaubt nicht dass es so einfach sein kann?

Si. É facile.


Es braucht nicht viele Elemente für die großen Dinge. Vielleicht nur 4 Elemente. So wie 4 Chords.



4 chords. 4 Elemente. Ein fünftes Element umgebend.


Die Liebe also.
Und Italodisco natürlich. Scusa se insisto.

Warum da jetzt So oft das Thema Tod vorkommt, weiß ich nicht. Hat vermutlich etwas mit Halloween, Samhain, Allerheiligen, Allerseelen, Abschied nehmen von Altem, Loslassen, Vertrauen und dem Beginn von Neuem zu tun. Und so soll dieser Text auch eine Lücke schließen, die in obiger Aufzählung fehlt. Es braucht dringend einen dritten Tag nach AllerHeiligen und AllerSeelen. AllerLiebenden. Und weil wir eh alle miteinander verbunden sind, brauch ich da auch gar niemanden der mitmacht. Deshalb feiere ich am 03.11. den Feiertag Allerliebenden.


Baccione, Zimone.




Bildquellen und Videoquellen in chronologischer Reihenfolge:




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