• simonmitterbauer

DONE

Es ist getan, es ist vollbracht. Bei diesem Satz taucht unweigerlich das Bild von Frodo und Sam auf, am Ende ihrer Kräfte auf einem Stein liegend, von heißer Lava umspült, sich kaum mehr erinnernd an den Geschmack von Erdbeeren. Nicht ganz so dramatisch aber doch so ähnlich fühlt es sich an.



Oder anders formuliert: „Ein kleiner Schritt für mich. Ein großer für die Menschheit“ transformiert sich zu „Kein Schritt für die Menschheit, ein großer Schritt für mich“.


Worauf will ich eigentlich hinaus? Nun, ich habe tatsächlich nach langen Wirren, Abzweigungen und Zwischenstopps, mein Studium abgeschlossen. Womit ich nun wirklich nicht mehr gerechnet hätte. Aber gut - es ist getan, es ist vollbracht. Nicht dass ich nicht dazwischen eine sozialpädagogische Ausbildung im Eiltempo und als Klassenstreber absolviert hätte. Nicht, dass Lernen und Lehren nicht längst zu Pfeilern meines Lebens geworden sind.


Aber dieses Studium stand immer für etwas ganz anderes. Für Fragen, Selbstfindung, Rebellion, übernommene Glaubenssätze die man loswerden will, geringen Selbstwert und dessen Überwindung. Es stand für Hass auf Arschlöscher, Narzissten, Welten- und Seelenzerstörer mit akademischem Abschluss. Es stand für Zweifel am Bildungssystem und Verzweiflung an den Irrwegen der Menschheit. Für all das und noch viel mehr stand dieses Studium und die Verweigerung desselbigen.


Nun habe ich es abgeschlossen. Finde Frieden. Was bleibt ist die Bekräftigung der Erkenntnis, die ich früher nur erahnen konnte und die ich heute in Worte kleiden kann: Kein Abschluss, kein Wissen, kein Zeugnis und kein Zertifikat, keine Flucht in Wissen und Bildungsfassade wird uns darüber hinweghelfen, dass wir uns minderwertig fühlen, dass irgendwer zu früh gestorben ist, dass uns irgendwer verlassen hat, dass wir uns nicht trauen wir selbst zu sein. Solange wir unsere Zertifikate zum Ziel machen und den Weg vernachlässigen, werden wir hungernd und durstend bleiben. Solange wir immer nur die Außenwelt und andere(s) analysieren, aber niemals uns selbst, solange werden wir verdorren. Solange wir uns weigern, nach innen zu gehen um uns unseren Schattenseiten, Abgründen und Ängsten zu stellen und lernen uns selbst anzunehmen, so lange wird kein Zeugnis der Welt mehr als ein Trostpflaster sein können, werden wir uns nicht entwickeln, sondern wird die Fassade immer nur undurchdringlicher werden. Jeff Browns heilende Worte treffen auch hier ins Schwarze: „It´s not about letting it go, it´s about letting it in“.



All das Lernen und Zeugnisse sammeln macht nur Sinn, wenn wir in unserem Element sind, wenn wir brennen für das was wir da tun, lernen, wissen wollen. Und ob wir dann Tischler, Spengler, Soziologe, HR-Manager oder sonst was sind, ist nicht relevant. Darf nicht relevant sein. Relevant ist ausschließlich, dass wir das Leben annehmen. Dass jedes Wesen sein Element findet, in dem es sein kann – „In seinem Element sein“ eben. Und Leben ist Vielfalt. Leben ist Existenz. Und es braucht Existenzberechtigung. Es ist Zeit, dass wir diesen Schritt gehen. Zum Beispiel mit einem Bedingungslosen Grundeinkommen. Damit die Menschen ihr Element finden können und ihren Teil beitragen.



Und ja, es wird jene geben, die das Grundeinkommen nehmen und nichts beitragen. Sich nicht bequemen mitzumachen. Drauf pfeifen. Und es sind genau diese verlorenen Seelen, die wir dann erst recht unterstützen werden, da sie nie gelernt haben, mit sich selbst zu sein und zu spüren was sie beitragen können oder wollen. Verstümmelte Seelen, wie Orks. Seelen wie Batterien in der Matrix Trilogie, die noch nie mit eigenen Augen gesehen haben. Es sind jene verlorenen Seelen, die sich nicht mehr spüren. Aber es wird viel mehr Menschen da draußen geben, die aufblühen. Der Mensch will nicht faul auf der Couch liegen und saufen, kiffen, sich die Spritze ansetzen, seine Frau oder ihren Mann verprügeln. Der Mensch will konstruktiv etwas zur Gemeinschaft beitragen, er will sich entfalten, will sich als wirksam erleben. Will Rücksicht nehmen und füreinander da sein. Der Mensch will das. Er kann das.


WIR können das!

Seid mutig!

Seid tapfer!

Seid füreinander da!


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